Internationalisierung von Unternehmen: 7 Tipps für dein Food-Start-up

12 Minuten Lesedauer
Geschrieben von Sabrina Quente
am

Du willst deine Produkte international verkaufen? Bei der Internationalisierung von Unternehmen im Food-Bereich gibt es einiges zu beachten. Wir zeigen dir, wie du mit deinem Business expandierst und dabei auch Hürden wie die Umsatzsteuer überwindest.

Selbst kleine Start-ups haben große Pläne: 61,4 % der Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern planen eine Internationalisierung, bei Unternehmen mit sechs bis zehn Mitarbeitern sind es sogar 73,1 %. Die EU ist dabei auch für Food-Start-ups das mit Abstand beliebteste Expansionsziel. 

Kein Wunder, denn das Umsatzpotenzial ist gigantisch: 22 % der Konsumenten-Ausgaben entfallen auf Lebensmittel und Getränke. Noch mehr Geld geben Europäer nur für Wohnen und Energie aus.

Warum internationalisieren sich Unternehmen im Food-Bereich?

Es gibt viele gute Gründe, über Landesgrenzen hinaus zu denken. Deinem Food-Business kann das unter anderem folgende Vorteile bieten:

  • größere Umsatzchancen 
  • neue Märkte erschließen
  • mehr Kunden erreichen
  • Kosten sparen durch günstige Beschaffung im Ausland
  • von Kunden, Konkurrenten und Trends im Ausland lernen 

 

Für die Internationalisierung ist übrigens kein Business zu klein. Es kann sogar von Vorteil sein, wenn du eine Nische bedienst oder noch am Anfang deiner Entwicklung stehst. Wichtig ist, dass du den Schritt in internationale Märkte gründlich vorbereitest. Denn es gibt natürlich auch Herausforderungen.

Challenges bei der Internationalisierung von Unternehmen

Der Deutsche Startup Monitor 2017 hat die größten Hürden bei der Internationalisierung von KMU untersucht. Das sind die Top-5-Herausforderungen:

  1. Gesetzgebung und Regulierung
  2. Steuern und Lieferschwellen
  3. Produkt an Kundenwünsche anpassen
  4. Sprachbarrieren
  5. Kulturelle Differenzen

 

Für Food-Start-ups sind die Hürden im Cross-Border-E-Commerce besonders groß. Denn neben den genannten Punkten musst du beim F&B-Handel im Ausland strenge Vorgaben beachten. Von deiner Homebase in Deutschland bist du es gewohnt, dass Chargen rückverfolgbar sein müssen und strenge Kennzeichnungspflichten gelten. 

Das gilt auch, wenn du Lebensmittel international verkaufen willst – allerdings unterscheiden sich die gesetzlichen Vorgaben und Pflichten je nach Zielmarkt enorm und es liegt an dir, sie einzuhalten.

7 Tipps für deine Internationalisierung

Du willst deine Chancen ergreifen und deine Food-Produkte international verkaufen? Selbst wenn du den Schritt erst in ein paar Jahren gehen willst, solltest du die Option schon jetzt immer im Hinterkopf haben. Dann kannst du bei vielen Prozessen ohne großen Aufwand schon heute die Basis schaffen und dich vorbereiten. Das spart dir später viel Arbeit.

Noch mehr Tipps haben wir im Folgenden für dich zusammengefasst:

1. Märkte und rechtliche Anforderungen analysieren

Wenn du international verkaufen willst, musst du deine Zielmärkte und deine Konkurrenz genau analysieren. Besonders wichtig bei deiner Recherche sind rechtliche Rahmenbedingungen und Vorschriften. 

Die Analyse kostet zwar etwas Zeit, spart dir aber später viel Geld. Denn wenn du dich an alle Spielregeln im Ausland hältst, sparst du dir Fehler und Bußgelder.

Beispiel Food-Business

Die Kennzeichnung von Lebensmittelverpackungen unterscheidet sich je nach Markt und gesetzlichen Vorgaben. Das betrifft zum Beispiel Warnhinweise und Angaben zu Mindesthaltbarkeit, Nährwerten, Allergenen und dem Herkunftsland. Auch bei den Recycling-Codes auf deiner Verpackung kann es im Ausland Unterschiede geben, die du beachten musst.

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2. Online-Shop anpassen

Willst du deinen Onlineshop internationalisieren, musst du Content und Produktbeschreibungen sprachlich anpassen. Außerdem gilt es, fernabsatzrechtliche Vorschriften des Ziellandes zu beachten: Datenschutz und Impressumspflicht sind zum Beispiel in Europa nicht einheitlich geregelt.

3. Fördermöglichkeiten checken

Das Projekt grenzüberschreitende Expansion musst du nicht allein stemmen. Bund und Länder bieten viele gute Förderprogramme für junge Unternehmen, die ins internationale Business einsteigen wollen. 

Unterstützung ist vor allem bei der Expansion in die USA oder nach Asien besonders wichtig, weil die Hürden dort noch mal höher sind. Der German Accelerator unterstützt vielversprechende Jungunternehmen bei diesem Vorhaben. 

4. Partner finden

Ein großes Projekt wie die Expansion ins Ausland ist viel einfacher, wenn du Partner an deiner Seite hast. Das können Start-ups aus dem Ausland sein oder auch Mitarbeiter in deinem Team, die aus einem Land kommen, das später einmal dein neuer Zielmarkt sein könnte.

5. Think big, start small

Als Start-up in Deutschland hast du einen großen Vorteil: Direkt in der Nachbarschaft gibt es starke Zielmärkte, die zwar rechtliche Eigenheiten haben, sprachlich aber kein Problem darstellen. Starte also mit deiner Expansion erstmal in Österreich und der Schweiz. 

Dein Vorteil: So kannst du wichtige Erfahrungen sammeln, dich mit Gesetzen und Zollbedingungen beschäftigen, Prozesse optimieren und dich dann auch in andere EU-Märkte wagen. 

6. Umsatzsteuer beachten

Die Internationalisierung von Unternehmen bringt vor allem einen großen Pain mit sich: Die Umsatzsteuer. Jahrelang mussten Verkäufer sich mit verschiedenen Lieferschwellen in unterschiedlichen EU-Ländern herumschlagen. War eine Schwelle überschritten, wurde Umsatzsteuer in dem entsprechenden Land fällig.

Heute ist das zum Glück einfacher: Die bisherigen Lieferschwellen für einzelne Länder entfallen. Jetzt gilt eine neue Gesamtlieferschwelle von 10.000 Euro. Überschreitet die Gesamtsumme deiner EU-Verkäufe diese Schwelle, wird die Umsatzsteuer in all deinen Zielländern fällig. Mit dem One-Stop-Shop (OSS) kannst du deine Steuern für gemeldete Fernverkäufe automatisch abführen.

Alles, was du zur neuen Lieferschwelle wissen musst, haben wir in einem Blogartikel kompakt für dich zusammengefasst.

7. Software nutzen

Je mehr Märkte du erobern willst, desto wichtiger sind automatisierte Prozesse und Übersicht. Deshalb brauchst du Tools, die dich dabei unterstützen. Ein ERP-System kann dir viele Aufgaben abnehmen, damit du dich auf dein Wachstum konzentrieren und einfacher an gesetzliche Vorgaben im In- und Ausland halten kannst. 

Du willst noch mehr Tipps? So klappt deine erfolgreiche E-Commerce-Internationalisierung.

Mit Xentral Gesetze und Lieferschwellen im Blick behalten

Der neue OSS macht für Start-ups im Food-Bereich vieles einfacher. Dazu musst du aber zunächst die Basics verstehen. Sieh es als Vorteil: Deine Konkurrenz muss sich genauso einlesen wie du. Je früher du OSS-fit bist, desto besser. 

Dann weißt du auch, ob es deinem Business Vorteile bringt, wenn du die Umsatzsteuer über den OSS abwickelst. Für einige Start-ups kann es auch sinnvoll sein, die Umsatzsteuer nach wie vor für jedes Land einzeln zu erledigen.

Die wichtigsten Fakten dazu haben wir in einem OSS-Whitepaper zusammengetragen – damit kannst du dir am schnellsten einen Überblick verschaffen.

Willst du den OSS für dein Business nutzen, kannst du das am einfachsten mithilfe eines ERP-Systems tun. Xentral bietet dafür das Lieferschwellen-Modul: Es überwacht automatisch für dich die 10.000-Euro-Marke. Ist sie überschritten, stellt Xentral die Steuersätze entsprechend um. Damit bleibt dein Onlineshop-Verkauf ins Ausland jederzeit steuerkonform.

Wenn du Xentral dann auch noch mit Taxdoo verbindest, kannst du den Aufwand für die Umsatzsteuer um 80 % reduzieren und hast keinen Ärger mit Steuernachzahlungen. Damit bleiben dir mehr Zeit und Geld, um dein Food-Business zu skalieren und auch international erfolgreich zu wachsen.

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Internationalisierung von Unternehmen: 7 Tipps für dein Food-Start-up

Geschrieben von Sabrina Quente