Startup-Guide: 12 Expertentipps für gesundes Wachstum

12 Minuten Lesedauer
Geschrieben von Elisabeth Meyer
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Die Finanzierungsfrage ist geklärt, das Produkt auf dem Markt und der Absatz steigt – jetzt ist dein Startup bereit zu skalieren. Doch gerade an diesem Punkt warten auf Gründer einige Stolperfallen und insbesondere rasantes Wachstum wird schnell zur Überforderung. Plötzlich passen die Strukturen nicht mehr, mit kletternden Mitarbeiterzahlen verschwimmen die Zuständigkeiten, wichtige Arbeit bleibt liegen.  

Dabei ist es ganz normal und nicht unbedingt negativ, wenn beim Businessaufbau nicht immer alles glatt läuft. Schließlich führen gerade Fehler und schwierige Zeiten langfristig zu Weiterentwicklung. Dennoch kannst du dir viel Zeit und Kopfzerbrechen sparen, wenn du vorbereitet bist und aus den Fehlern anderer lernen kannst. In diesem Guide teilen wir deshalb die besten Tipps von Startup-Experten, wie du dein Unternehmen erfolgreich durch die nächsten Phasen navigierst.

Unsere Startup-Experten

Benedikt Sauter

Co-Founder und CEO von Xentral

Benedikt hat Xentral 2018 mitgegründet und seitdem durch verschiedene Wachstumsphasen begleitet. Da sich Xentral als ERP-System insbesondere an Startups richtet, beschäftigt er sich zusätzlich intensiv mit deren technischen Herausforderungen.

 

Torben Rabe

Country Director Germany bei Qonto

Torben arbeitet nicht nur sehr eng mit den Gründern des FinTech-Unternehmens Qonto zusammen, sondern tauscht sich auch leidenschaftlich gerne mit (angehenden) Unternehmern aus. Dementsprechend kennt er ihre Hürden ebenso gut wie Erfolgsstorys und Best Practices aus der Startupwelt.

 

12 Tipps: So gelingt gesundes Wachstum

1. Kenne dein persönliches Ziel

Um den Fokus nicht zu verlieren und zielgerichtet Entscheidungen zu treffen, empfiehlt Benedikt Gründern, ausgiebig über ihre Ziele nachzudenken. „Man sollte sich als Gründer regelmäßig fragen: Was will ich selbst, was treibt mich an?“, sagt er. „Für die einen etwa zählt nachhaltiges, also langfristiges Wachstum, für die anderen schnelles, starkes Umsatzwachstum.“ Dein Unternehmen und die Produkte müssen zur dir passen – nur so kannst du langfristig erfolgreich sein. Benedikt kann das bestätigen:

„Ich selbst habe z. B. mit der Zeit die Erfahrung gemacht, dass das B2B-Segment einfach besser zu mir passt als B2C. Hier kann ich mich viel mehr ausleben und habe als Unternehmer mehr Spaß und damit auch Energie.“

 

2. Product-Market-Fit prüfen und verbessern 

Stößt dein Angebot auf Nachfrage? Liefert es einen echten Mehrwert für deine Zielgruppe? Torben weiß: Diese Frage sollte mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden können, bevor andere Baustellen in Angriff genommen werden. Viele Startups begehen den Fehler, zu früh viel Geld in Marketingaktivitäten zu stecken, das dann aufgrund des fehlenden Product-Market-Fits verpufft.

„Bei Qonto haben wir uns lange auf UI und UX konzentriert und überlegt, wie wir unseren Kunden mehr bieten können als andere Banken, bevor in eine ordentliche Website und Inbound Leads investiert wurde.“

 

3. In Loops denken

Loops sind die neuen Funnels! Sowohl Benedikt als auch Torben nutzen das Modell und empfehlen es gerade für Startups im Wachstum. Hier wird Entwicklung nämlich nicht als linearer Prozess gesehen, sondern als wiederkehrende Prozesse. Sind diese so gestaltet, dass jeder Input automatisch einen Output generiert, entsteht eine Wachstumsspirale (Growth Loops). Da ein Startup aus vielen verschiedenen Loops zusammengesetzt ist (wie z. B. Vertrieb, Human Resources und Content), solltest du unbedingt dafür sorgen, dass sie zusammenpassen und sich in die gleiche Richtung bewegen. 

 

4. Augen auf beim Markteintritt

Oft begehen Unternehmen den Fehler, Annahmen von ihrem Heimatmarkt auf andere Märkte zu übertragen. Dabei sind die Bedingungen oft ganz anders als erwartet. Als Country Manager eines international agierenden Unternehmens kennt Torben diese Situation nur zu gut. Vor der Expansion rät er deshalb, die Anforderungen der neuen Märkte genau zu prüfen – und trotzdem darauf vorbereitet zu sein, dass sich gewisse Erkenntnisse erst mit der Zeit gewinnen lassen. Prüfe außerdem, ob sich Learnings aus einem Markt auf andere Märkte übertragen lassen.

 

5. Von Erfahrenen lernen

Für dich und dein Startup ist jede Wachstumsphase eine Reise ins Unbekannte. Doch vor euch sind tausende Unternehmen die gleichen Schritte gegangen. Der Austausch mit anderen Unternehmern ist deshalb unfassbar wertvoll. Zum einen kannst du aus ihren Fehlern lernen und erfährst, wie sie Probleme letztendlich gemeistert haben, zum anderen erhältst du Inspiration und Motivation. Auch Benedikt wurde so zum Wachstum ermutigt.

„Du triffst Menschen, die schon weiter sind, siehst, wie die nächste Stufe aussehen kann und überlegst, ob dich dieses Szenario ebenfalls reizt. Wenn ja, gehst du weiter – und was vorher kilometerweit entfernt schien, wird plötzlich erreichbar.“ 

 

6. Geduld, Geduld!

Viele Unternehmer wollen in kürzester Zeit möglichst viel umsetzen und erreichen. Verständlich! Nur leider funktioniert das nicht immer.

„Gerade, wenn man gemeinschaftlich an einer Sache arbeitet, braucht man Zeit und Geduld“, sagt Benedikt.

Das sei eine seiner wichtigsten Erkenntnisse als Gründer gewesen. Sein Rat: Priorisiere Qualität und Nachhaltigkeit vor Schnelligkeit – jedoch ohne dich dabei in Perfektionismus zu verlieren.

 

7. Bewusster Teamaufbau

Die richtigen Mitarbeiter zu finden ist eine große Herausforderung und gleichzeitig einer der wichtigsten Hebel beim Startup-Wachstum, da sind sich beide Experten einig. Gehe diese Aufgabe also mit großer Sorgfalt an. Dabei sind nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch die Persönlichkeit entscheidend: Passt die Person zu uns? Wo kann sie gemäß ihrer Skills und Interessen am besten eingesetzt werden? 

 

8. Partnerschaften eingehen

Gemeinsam erreicht man mehr – das gilt auch beim Startup-Wachstum. Mit den richtigen Partnern an deiner Seite hast du nicht nur die Chance, Wissen und Workforce aufzubauen, sondern auch Vertrauen bei deiner Zielgruppe.

„Gerade in Deutschland ist es für Unternehmen fundamental wichtig, Vertrauen zu schaffen,“ sagt Torben, der den Vergleich zu anderen europäischen Ländern ziehen kann. „Partnerschaften sind eine gute Möglichkeit, diese Vertrauensbrücke zu schlagen.“

 

9. Kultur braucht Pflege

Wenn Teams größer werden und sich irgendwann in Abteilungen und Hierarchien aufteilen, wird die Unternehmenskultur auf den Prüfstand gestellt. Können sich weiterhin alle mit dem Unternehmen identifizieren? Um das sicherzustellen, ist es Torben zufolge wichtig, die Kultur kontinuierlich zu pflegen, indem man die Werte des Unternehmens immer wieder in Erinnerung ruft. Woran glauben wir? Was hält uns zusammen? Benedikts Empfehlung: Unternehmenswerte aufschreiben und im Arbeitsalltag immer wieder am Beispiel thematisieren. 

 

10. Selbstkritisch bleiben

Zu Wachstum und stetiger Veränderung gehört es dazu, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und den Kurs bei Bedarf zu korrigieren. Torben erzählt:

„Ab ca. 100 bis 150 Mitarbeitern haben wir gemerkt: Jetzt wird es organisatorisch schwierig; wir müssen uns neu aufstellen. Hätten wir das damals nicht in Angriff genommen, wären wir heute ziemlich kopflos unterwegs.“

Benedikt ergänzt:

„Selbstkritisch sein ist schon in frühen Phasen extrem wichtig. Vor allem solltest du immer wieder deine Kunden fragen, ob sie zufrieden sind und wie sie dein Produkt tatsächlich anwenden. So minimierst du das Risiko, dich zu verzetteln.“

 

11. Loslassen

Ein Aspekt, der vielen Unternehmern schwerfällt: Kontrolle abgeben und sich entbehrlich machen. Was zunächst ungewohnt oder sogar unmöglich erscheint, ist Benedikt zufolge ein zentraler Booster für das Unternehmenswachstum. Allerdings funktioniert wirksames Delegieren nur, wenn die Mitarbeiter entsprechend befähigt werden. Und vor allem, wenn sie Vertrauen und Verantwortung erhalten. 

 

12. Die richtigen Tools

Sobald du und deine Mitarbeiter täglich von den gleichen Prozessen aufgehalten werden, empfiehlt Benedikt, Tools zu nutzen, die euch die Arbeit erleichtern. Schaue dir die bestehenden Prozesse genau an: Wo kann am meisten Zeit und Energie gespart werden? Idealerweise etabliert ihr automatisierte Prozesse, mit denen immer mehr Aufträge immer schneller abgearbeitet werden können.

„Achte dabei darauf, Tools und Strukturen zu wählen, die mit deinem Unternehmen mitwachsen können“, rät Benedikt.  

Gerade in der Anfangsphase führen viele Unternehmen immer neue Tools für einzelne Themen und Probleme ein. Nicht selten gibt es schnell zahlreiche Insellösungen, die nicht nur effizientes Arbeiten erschweren, sondern auch die Skalierung behindern. Deshalb empfiehlt sich die Nutzung eines ERP-Tools wie Xentral, das sämtliche Unternehmensbereiche wie Order Management, Lagerverwaltung, Einkauf, Buchhaltung und vieles mehr abdeckt – und zwar über alle Vertriebskanäle wie Shopify, Shopware, Amazon, Ebay und weitere hinweg. Und das Beste: Xentral wächst mit deinem Unternehmen mit.

Schon über 1.300 Startups und KMUs steuern ihre Prozesse mit Xentral effizienter. Wenn auch du dich für deine Skalierung neu aufstellen möchtest, kannst du Xentral jetzt 14 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen.

 

Benedikt und Torben im Gespräch

Schau dir die komplette Aufzeichnung unseres Webinars zum Thema „Die größten Fehler, die Startups im Wachstum begehen – und wie man sie vermeidet“ hier an

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Geschrieben von Elisabeth Meyer