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Lagerverwaltung kann ein anstrengendes Thema sein. Wenn nicht alle Arbeitsprozesse aufeinander abgestimmt sind und ungenau gearbeitet wird, schlägt sich das im Erfolg des Unternehmens wieder. Vielen Firmen helfen hier Lagerverwaltungssoftwares. Aber nicht immer muss es gleich eine Software sein! Denn auch eine App kann dir effektiv bei der Lagerverwaltung weiterhelfen.

Gerade wenn dein Unternehmen im E-Commerce oder einer Logistik-intensiven Branche tätig ist, wird dir Lagerverwaltung ein Begriff sein. 

 

Sie ist ein elementarer Bestandteil deines Arbeitsalltages. Ihre Effizienz und Effektivität macht außerdem vermutlich einen großen Teil – wenn nicht sogar alles – deines Erfolges aus. 

 

Je größer die Logistik und damit auch die Aufgabe der Lagerverwaltung, desto leichter ist es, den Überblick zu verlieren und Fehler zu machen. Die können dich wiederum Kunden und damit Geld kosten.

 

Die Organisation von Waren und ihre Auslieferung muss aber nicht dein Feind sein!

 

Es gibt verschiedene Tools und Möglichkeiten, zum Beispiel eine App zur Lagerverwaltung, die dir diese Aufgaben erleichtern.

 

Wie du dein Lager im Griff hast, welche Veränderungen die Logistik effizienter machen und was für Apps es dafür gibt, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Lagerverwaltung – was ist das?

Der Begriff Lagerverwaltung umfasst die Steuerung, Organisation und Überwachung aller, im Lager vorgehenden Prozesse. 

 

Zur Lagerverwaltung gehören also die Bereiche Wareneingang und -ausgang, Kommissionierung, Versand und Inventur.

 

Wichtig ist hier jedoch zu wissen, dass sich die Lagerverwaltung nur auf die Überwachung und Steuerung – meist per Software oder App – konzentriert. In der Logistik werden die Anweisungen dann “physisch” umgesetzt.

 

Bereiche und Aufgaben der Lagerverwaltung

Die Lagerverwaltung stellt den Knotenpunkt vieler Vorgänge dar und verbindet so verschiedene unternehmensinterne Bereiche. Dementsprechend komplex und unterschiedlich sind auch die Aufgaben, die zum Beispiel eine Lagerverwaltungs-App erfüllen muss.

 

Im Allgemeinen hat ein Tool zur Lagerverwaltung aber drei Aufgaben:

  1. Organisation der Ladevorgänge (Einlagern, Umlagern, Auslagern)
  2. Suchen und Finden von Artikelstellplätzen
  3. Entnahme aller verfügbaren Lagerkennzahlen (Mindestbestand, Meldebestand, Höchstbestand)

 

Je nachdem, ob es sich für dich lohnt, kannst du dir natürlich eine Lagerverwaltungssoftware anlegen. Diese umfasst alle drei Aufgaben und wird dir sehr bei der Organisation, Steuerung und Überprüfung der Logistik helfen.

 

Nichtsdestotrotz ist das nicht für jeden geeignet. Sind dir die Kosten für die Software zu hoch oder deine Logistik nicht kompliziert genug, als dass sich eine Lagerverwaltungssoftware lohnen würde?

 

Dann ist es für dich vielleicht eine Option, deine Lagerverwaltung mit anderen Mitteln effizienter zu machen. Darunter fallen auch die Apps zur Lagerverwaltung!

 

Effiziente Lagerverwaltung: Das musst du wissen

Eine effiziente Lagerwirtschaft zeichnet sich durch verschiedene Punkte aus – die auch wieder von den individuellen Gegebenheiten deines Unternehmens abhängen.

 

Häufige Ziele, die erreicht werden sollen, sind:

  • Immer notwendigen Bestand verfügbar haben (und für Neuen sorgen, falls er knapp wird)
  • Den besten Service bieten
  • Hohe Lagerbelegung erreichen
  • Interne Prozesse optimieren für weniger Zeitaufwand

 

Im Endeffekt geht es darum, die Abläufe möglichst reibungslos zu gestalten und Fehler dabei zu vermeiden. 

 

Das kannst du natürlich mit einer Lagerverwaltungssoftware oder einer App erledigen. 

 

Welche Apps sich dafür besonders lohnen, erfährst du weiter unten im Artikel.

 

Jedoch kannst du auch noch individuelle Maßnahmen ergreifen, um die Abläufe in deinem Lager und deren Verwaltung zumindest effizienter zu gestalten – ohne auf ein externes Tool zurückgreifen zu müssen!

 

Effiziente Lagerwirtschaft in 6 Schritten

Hier findest du eine kurze Anleitung, wie du innerhalb von 6 Schritten zu einem besser organisierten und effektiver arbeitenden Lager kommst.

 

1. Klassifiziere den Lagerbestand

Hauptmerkmale der Klassifizierung sind Größe, Gewicht und Abruffrequenz (Stichwort Schnelldreher) der gelagerten Güter. Achte hier darauf, dass du wirklich ALLE Güter klassifizierst – und nicht nur die 20%, die am häufigsten genutzt werden.  

Denn dann würdest du 80% deiner Waren nicht nutzen, was definitiv unter die Kategorie “ineffizient” fällt.

 

2. Passe die Lagerlösungen an den Bestand an

Nicht jede Ware kann gleich gelagert werden. Hauptkriterien sind auch hier wieder Größe, Gewicht und Abruffrequenz. Aber auch die Temperatur der Lagerung kann wichtig sein. 

 

Je nach Unternehmen kannst du verschiedene Lösungen hierfür finden. Diese können sich von einfachen, manuell bedienbaren Paletten- oder Fachbodenregalen bis zu komplett technischen, automatisiert ablaufenden Lagerlösungen erstrecken und sind oft individuell anpassbar.

 

Das spart dir nicht nur Zeit, sondern macht den Workflow allgemein flüssiger, was sich im Endeffekt auch im Erfolg deines Unternehmens niederschlagen wird.

 

3. Automatisiere deine Abläufe

Das betrifft alle Bereiche, von der Warenannahme und Weiterverarbeitung über Sortierung und Lagerung der Waren bis hin zum Versand. 

 

Diese Automatisierung der Logistik ist aufgrund ihrer Effektivität fast schon ein Muss für alle größeren Logistikunternehmen!

 

4. Identifiziere den optimalen Lagerplatz jedes Gutes

Kriterien, nach denen du hier entscheiden solltest, sind:

  • Abruffrequenz
  • Anzahl der abgerufenen Einheiten
  • Anzahl der zu lagernden Wareneinheiten
  • Produktspezifische Lageranforderungen

 

5. Optimiere die Picking-Prozesse

Anstatt alles immer einzeln nach Bestellung abzuarbeiten, kannst du verschiedene Picking-Strategien verwenden.

 

Batch-Picking beschreibt zum Beispiel die Bildung von Sammelaufträgen. Das lohnt sich vor allem bei selten nötigen Artikeln, die sich weiter hinten im Lager befinden.

 

Zonen-Picking beschreibt das Einteilen des Lagers in Zonen. Je nach Zone sind verschiedene Mitarbeiter dafür verantwortlich, die sich in ihrer Zone am besten auskennen und Artikel schnell beschaffen können.  

 

Paralleles Picking beschreibt die Kombination der beiden Taktiken, also das Bilden von Sammelaufträgen, die dann an die Mitarbeiter der jeweiligen Zone weitergegeben werden.

 

6. Nutze Tools und Software zur Unterstützung

Als Erstes in den Sinn kommt hier natürlich eine Lagerverwaltungssoftware.

 

Diese ist allerdings nicht die einzige Lösung. 

 

Wenn du keine komplexe Software brauchst und dein Lager lieber zielgerichtet und mit weniger Einarbeitungszeit optimieren willst, kann sich auch eine App lohnen. 

 

Falle jedoch nicht auf den Trugschluss herein, dass du statt einer Software oder App auch einfach Excel benutzen kannst. Das funktioniert aus mehreren Gründen meistens nicht.

 

Lagerverwaltung geht doch auch mit Excel?

Natürlich kannst du deine Logistik auch mit Excel verwalten. Es ist jedoch nicht empfehlenswert!

 

Das liegt vor allem daran, dass Excel ein viel zu statisches Programm ist, um die dynamischen Prozesse der Logistik detailgetreu abzubilden.

 

Zu diesen Prozessen gehören zum Beispiel:

  • Unterschiedliche Standorte des Lagers
  • Lagerart
  • Lagereinschränkungen bei Größe und Gewicht
  • Wareneingangs- und ausgangskontrolle
  • Bestellwesen
  • Verfallsdaten
  • Inventurart
  • uvm.

 

Eine Lagerverwaltung mit Excel verkompliziert die Organisation nur und ist maximal für lineare und übersichtliche Logistiken eine Option.

 

Du willst keine Lagerverwaltungssoftware, aber Excel funktioniert auch nicht? Vielleicht ist eine App zur Lagerverwaltung dann die Lösung! 

 

Welche Apps für die Lagerverwaltung gibt es?

Inzwischen gibt es einige Apps zur Lagerverwaltung auf dem Markt. Manche davon sind quasi kleine Lagerverwaltungssoftwares auf dem Smartphone, Andere decken nur einen bestimmten Bereich ab. Dazu gehört zum Beispiel eine Inventur oder Materialverwaltungs App. Die meisten Apps musst du allerdings erwerben, eine gute Lagerverwaltung Freeware zu finden ist fast unmöglich.

 

Damit du weißt, was möglich sein kann, findest du im Folgenden ein paar der Apps und Funktionen als Beispiel vorgestellt.

 

Lager-Management-Apps

Eine Lager-Management-App, wie zum Beispiel die von Afterbuy oder pds, deckt alles ab, von Lagerbestand bis hin zum Versand. Die Funktionen können folgendermaßen aussehen:

  • Produktdaten verwalten
  • Inventuren durchführen
  • Bestellungen mit Anpassung von Lagerplätzen verbuchen
  • Artikel erfassen per Scanner
  • Lagerbewegungen im Blick behalten
  • Fehlerfrei versenden durch automatische Übernahme von Versandangaben

 

Im Prinzip verhält sich so eine Lager-Management-App also wirklich wie eine schmalere Version der “großen” Lagerverwaltungssoftware.

 

Das Lager optimieren

Eine App, die du prirmär dafür nutzen kannst, das Meiste aus deinem Lager herauszuholen, ist zum Beispiel Mobile Lager App von reybex. Damit hast du einen Überblick über Ein- und Auslagerungen sowie Umbuchungen, kannst aber auch optimierte Laufwege durchs Lager festlegen und Inventuren durchführen.

 

Ein weiteres Beispiel für eine gute Lagerverwaltungsapp ist AFS Lagerverwaltung. Sie hat folgende Funktionen:

  • Wareneingang nach Bestellungen sortieren
  • Auftragsbestätigungen, Lieferbescheinigungen und Rechnungen auf einen Blick
  • Umlagern per Fingerdruck
  • Lieferstatus checken

 

Eine App kann dir also auf jeden Fall bei der Lagerverwaltung weiterhelfen.

 

Je nachdem, wie viel Unterstützung du generell in deinem Unternehmen benötigst, kann sich auf die Anschaffung einer ERP-Software lohnen. 

 

Hier sind diverse Features zur Lagerverwaltung oft enthalten – und mit einer SAP-Alternative sparst du nicht nur Geld, sondern kannst dich auch für ein leanes ERP entscheiden. Gerade wenn du ein Start-up besitzt, lohnt es sich, einen Blick auf die Möglichkeiten zu werfen.

 

 

Egal ob Lagerverwaltungssoftware oder App: Es lohnt sich! 

Alles in allem, ist es natürlich deine Entscheidung, was besser zu deinem Unternehmen passt. Wenn du aber feststellst, dass es im Bereich der Lagerverwaltung noch nicht so gut läuft, kannst du folgende Bereiche mit einer App zur Lagerverwaltung oder einer Software verbessern:

  • Automatisierung der Meldebestände
  • Bessere Orientierung im Lager
  • Echtzeit-Lagerbestände
  • Transparenz
  • Zeitersparnis
  • Mehr Effizienz und Produktivität
  • Verbesserung der Workflows und Arbeitsprozesse in der Logistik
  • Weniger Fehler
  • Verknüpfung mit Online-Shops

 

Natürlich kannst du die Apps auch nur als zusätzliche Unterstützung zur Lagerverwaltungssoftware nutzen – je nachdem, welche Kombination dir den größten Erfolg bringt.

 

Zu den Nachteilen zählen allen voran die Kosten für den Erwerb der App oder Software. Was noch hinzukommen kann, sind anfängliche Produktivitätskosten durch die Einarbeitungszeit der Mitarbeiter und der Umstellung gewisser Arbeitsprozesse.

 

Ist das allerdings erledigt, wirst du von der neuen Lagerverwaltung nur profitieren!

 

Du bist überzeugt und würdest gerne die Lagerverwaltung deines Unternehmens optimieren? Bevor du loslegst, solltest du folgende Fragen beantworten:

  • Welche Probleme willst du lösen?
  • Welche Verbesserungen möchtest du erreichen?
  • Welche Prozesse sollen stärker unterstützt werden?
  • Aus welchem Bereich möchtest du mehr Potenzial herausholen?

 

Mit diesen Antworten bist du gut ausgestattet und kannst jetzt damit loslegen, die passende App oder Software zur Lagerverwaltung zu finden!

Janina Horn