Chargennummer & Chargenrückverfolgung: Der komplette Guide

Von Elisabeth BüschlerVom 29. Oktober 2024Aktualisiert am 9. September 2026

Eine Chargennummer (auch Losnummer oder LOT genannt) ist eine eindeutige Kennung für eine Gruppe von Produkten, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurden. Chargenrückverfolgung ist der Prozess, mit dem diese Kennung entlang der gesamten Lieferkette erfasst und verfolgt wird, vom Rohstoff bis zum Endkunden. Zusammen bilden sie das Rückgrat jeder Qualitätssicherung, jedes Rückrufmanagements und jeder gesetzlichen Compliance in Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und Medizinprodukt-Branchen. Dieser Guide liefert Definition, Aufbau nach GS1-Standard, Upstream- und Downstream-Tracing, die Pflicht-Branchen mit primären Rechtsquellen und wie du alles mit einem ERP-System automatisierst.

Eine Charge Fässer steht im Eingang einer großen Lagerhalle

Das Wichtigste in Kürze

Definition Chargennummer

Eindeutige Kennung für eine Produktionsgruppe, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Auch Losnummer oder LOT genannt.

Definition Chargenrückverfolgung

Der Prozess, der jede Bewegung einer Charge von Wareneingang über Produktion und Lager bis zum Versand dokumentiert, sodass jede Einheit bis zum Rohstoff zurück- und bis zum Kunden vorverfolgt werden kann.

Zwei Richtungen

Upstream-Tracing verfolgt Bestandteile zurück zu Lieferanten. Downstream-Tracing verfolgt Fertigprodukte vor zu Kund:innen. Beide sind für einen konformen Rückruf nötig.

Abgrenzung Seriennummer

Die Chargennummer identifiziert eine Gruppe, die Seriennummer einen einzelnen Artikel. In der Pharmabranche werden beide kombiniert genutzt.

Aufbau

Kein universeller Pflicht-Standard, aber übliche Struktur ist Präfix, Produktionsdatum, Standort, laufende Nummer und optional Qualitätskennzeichen. Der internationale Standard ist der GS1 Application Identifier (10), bis zu 20 alphanumerische Zeichen.

Pflicht in

Lebensmittel (EU-VO 178/2002 Art. 18LMIV 1169/2011), Pharma (FMD 2011/62/EU), Medizinprodukte (MDR 2017/745), Kosmetik (Kosmetik-VO 1223/2009).

Was ist eine Chargennummer? Definition und Abgrenzung zur Seriennummer 

Eine Chargennummer ist eine eindeutige Kennung für eine Gruppe identischer Produkte, die unter denselben Bedingungen hergestellt, verarbeitet oder verpackt wurden. Alle Einheiten einer Charge teilen sich dieselbe Nummer. Sie ermöglicht die Rückverfolgung vom Rohstoff bis zum Endkunden. Auf international vertriebenen Produkten steht dafür oft die Abkürzung LOT.

Eine Charge (englisch Lot oder Batch) ist die Menge eines Produkts, die in einem Produktionslauf, an einem Tag oder mit einem definierten Rohstoffansatz gefertigt wurde. Denk an eine Charge Kekse aus demselben Teig oder eine Charge Medikamente aus einem Produktionslauf. Alle Einheiten teilen sich dieselbe Chargennummer.

Die Chargennummer gibt Auskunft über:

  • Produktionsort: Wo wurde die Charge produziert?

  • Produktionsdatum: Wann wurde sie hergestellt?

  • Produktionsbedingungen: Temperatur, Anlage, Schicht

  • Qualitätsprüfungen: Welche Tests wurden durchgeführt und bestanden?

Chargennummer vs. Seriennummer: Der entscheidende Unterschied 

Die wichtigste Abgrenzung ist die zur Seriennummer. Während die Chargennummer eine ganze Produktgruppe kennzeichnet, identifiziert die Seriennummer jeden einzelnen Artikel als Unikat.

Merkmal

Chargennummer

Seriennummer

Identifiziert

Eine ganze Produktionscharge (Gruppe)

Ein einziges, individuelles Produkt

Zweck

Rückverfolgbarkeit der Gruppe, Qualitätssicherung

Verfolgung des einzelnen Artikels (Garantie, Diebstahlschutz)

Anwendung

Lebensmittel, Arzneimittel, Kosmetik

Elektronik, Fahrzeuge, hochwertige Maschinen

GS1 Application Identifier

AI (10), bis zu 20 alphanumerische Zeichen

AI (21), bis zu 20 alphanumerische Zeichen

In der Pharmabranche werden beide kombiniert: Jede Verpackungseinheit trägt zusätzlich zur Chargennummer eine eindeutige Seriennummer (Serialisierung nach FMD 2011/62/EU).

Was ist Chargenrückverfolgung? Prozess, Upstream und Downstream 

Chargenrückverfolgung ist der Prozess, mit dem der Weg einer Charge vom Rohstoff bis zum Endkunden anhand der Chargennummer als Anker nachvollzogen wird. Er funktioniert in zwei Richtungen: Upstream-Tracing zurück zu Lieferanten, Downstream-Tracing vor zu Kund:innen. Beide sind für einen zielgenauen, konformen Rückruf nötig.

Während die Chargennummer eine statische Kennung ist, ist die Chargenrückverfolgung der dynamische Prozess. Jedes Mal, wenn sich eine Charge bewegt, ins Lager, in die Produktion, in eine Kommissionierbox, in den Versand, wird diese Bewegung gegen die Chargennummer dokumentiert. Genau dieses Protokoll macht einen gezielten Rückruf erst möglich.

Upstream-Tracing (rückwärts vom Fertigprodukt) 

Upstream-Tracing verfolgt die Lieferkette zurück. Du kannst feststellen, welche Rohstoffe oder Komponenten von welchem Lieferanten in einer bestimmten Fertigprodukt-Charge verwendet wurden. Das ist entscheidend, um die Ursache eines Qualitätsproblems zu finden – eine kontaminierte Zutat in einem Lebensmittel, ein fehlerhaftes Bauteil in einem Gerät.

Downstream-Tracing (vorwärts vom Fertigprodukt) 

Downstream-Tracing verfolgt die Kette nach vorne. Du weißt exakt, welche Kund:innen, Händler oder Handelspartner eine bestimmte Charge erhalten haben. Im Rückrufsfall kannst du gezielt nur die betroffenen Einheiten zurückrufen statt aller Produkte im Umlauf. Das ist der Unterschied zwischen einem gezielten Rückruf im niedrigen fünfstelligen Bereich und einem marktweiten Rückruf im Millionenbereich.

Das Prinzip „one step back, one step forward" 

Das EU-Lebensmittelrecht (Verordnung 178/2002, Art. 18) definiert den gesetzlichen Mindeststandard als „one step back, one step forward": Jedes Lebensmittelunternehmen muss wissen, von wem es beliefert wurde und an wen es geliefert hat. Interne Rückverfolgung innerhalb des eigenen Betriebs geht über dieses gesetzliche Minimum hinaus, ist aber Industriestandard für alle, die es mit Qualität ernst meinen.

Warum ist die Chargennummer so wichtig? Fünf Kernvorteile 

Die Chargennummer ist das Rückgrat der Qualitätssicherung. Sie ermöglicht lückenlose Rückverfolgbarkeit, gezielte Qualitätsprüfung, präzise Rückrufe, gesetzliche Compliance und die Steuerung nach FIFO oder FEFO. Ohne sie ist keines davon in relevantem Umfang möglich, egal ob Lebensmittel, Pharma, Kosmetik oder Medizinprodukte.

1. Lückenlose Rückverfolgbarkeit 

Du kannst jederzeit nachvollziehen, welche Rohstoffe in welcher Charge verarbeitet wurden, wann und wo produziert wurde und an welche Kund:innen die Produkte geliefert wurden. Das ist die Entität, die du bei Audits, Handelspartner-Zertifizierungen und Qualitätsreviews vorweist.

2. Gezielte Qualitätssicherung 

Stellst du bei einer Qualitätskontrolle einen Mangel fest, kannst du sofort die betroffene Charge identifizieren und aus dem Verkehr ziehen, ohne den gesamten Warenbestand prüfen zu müssen. Gleiches gilt lieferantenseitig: Meldet ein Rohstofflieferant eine Kontamination, weißt du sofort, welche deiner Fertigprodukt-Chargen betroffen sind.

3. Präzise Produktrückrufe 

Statt alle Produkte am Markt zurückzurufen, beschränkst du die Aktion auf die betroffenen Chargen. Sowohl die BVL-Leitlinien in Deutschland als auch vergleichbare EU-Rahmenwerke setzen auf Chargenebene an, weshalb die Chargennummer rechtlich der Angelpunkt jeder Rückrufaktion ist.

4. Einhaltung gesetzlicher Vorschriften 

In Lebensmittel-, Pharma-, Medizinprodukt- und Kosmetikbranchen ist die Chargenkennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben (Details in Sektion 7). Die Chargennummer ist dein Nachweis der Compliance bei Audits.

5. Optimiertes Lager- und Bestandsmanagement 

In Kombination mit Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Verfallsdatum steuerst du deinen Bestand richtig. FIFO (First In, First Out) bewegt Bestand in Eingangsreihenfolge. FEFO (First Expired, First Out) priorisiert nach Ablaufdatum — entscheidend in Lebensmittel und Pharma. Beide minimieren Verluste durch Verfall und optimieren deine Lagerkosten.

Chargennummern automatisch vergeben und lückenlos verfolgen

Mit Xentral erzeugst du Chargen bei Wareneingang oder Produktionsabschluss, verknüpfst sie mit MHD und Rohstoff-Chargen und steuerst FIFO/FEFO automatisch. Kein Excel-Abgleich, keine Lücke in der Kette.

In welchen Branchen ist die Chargennummer gesetzlich vorgeschrieben? 

Chargenkennzeichnung ist in Lebensmittel-, Pharma-, Medizinprodukt-, Kosmetik- und Teilen der Automobilindustrie gesetzlich vorgeschrieben. In der EU sind die Rechtsgrundlagen unter anderem VO 178/2002 (Lebensmittel), 1169/2011 (Lebensmittelkennzeichnung), 1223/2009 (Kosmetik), 2017/745 (Medizinprodukte) und Richtlinie 2011/62/EU (Pharma).

Lebensmittelindustrie 

Die zentrale EU-Grundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (Basisverordnung Lebensmittelrecht), Artikel 18: Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln, Futtermitteln und der Lebensmittelgewinnung dienenden Tieren muss auf allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen sichergestellt sein. Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 931/2011 ergänzt spezifische Anforderungen für Lebensmittel tierischen Ursprungs. Die Losnummer-Kennzeichnungspflicht auf der Verpackung selbst ergibt sich aus der Lebensmittel-Informationsverordnung (EU) 1169/2011, Artikel 25. Praxisleitfaden: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Pharmaindustrie 

Für Arzneimittel gilt die Richtlinie 2011/62/EU (Falsified Medicines Directive, FMD), umgesetzt durch die Delegierte Verordnung (EU) 2016/161. Jede verschreibungspflichtige Arzneimittelpackung muss Chargennummer, Verfallsdatum und eine eindeutige Seriennummer im 2D-Data-Matrix-Code tragen. Ergänzend gelten die Richtlinien der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und die Good Manufacturing Practice (GMP).

Medizinprodukte 

Die Medical Device Regulation (EU) 2017/745 (MDR) schreibt die UDI (Unique Device Identification) vor: Basis-UDI-DI kombiniert mit einem Produktions-Identifier, der Chargennummer und Seriennummer beinhaltet.

Kosmetikindustrie 

Die EU-Kosmetik-Verordnung 1223/2009, Artikel 19 verpflichtet Hersteller zur Angabe einer Losnummer auf der Verpackung. Chargennummern helfen dabei, verunreinigte Produkte zu identifizieren und den Herstellungsprozess zu überwachen.

Automobilindustrie 

Hier gibt es keine einheitliche EU-Verordnung, aber die Chargenverfolgung ist über Standards wie IATF 16949 etabliert. Sicherheitsrelevante Bauteile müssen chargenscharf rückverfolgbar sein, um fehlerhafte Teile gezielt zurückrufen zu können — etwa Airbag-Auslösemechanismen oder Bremskomponenten.

Weitere Branchen und Standards 

In Futtermittel-, Spielzeug-, Chemie- und Luftfahrtbranchen ist die Chargenverfolgung entweder gesetzlich vorgeschrieben oder faktischer Standard. ISO 9001 empfiehlt Chargenrückverfolgbarkeit branchenübergreifend im Qualitätsmanagement.

Wie ist eine Chargennummer aufgebaut? Struktur, Beispiel und GS1-Standard 

Es gibt keinen universell verpflichtenden Aufbau, aber typische Bestandteile sind Präfix, Produktionsdatum, Standort, laufende Nummer und optional ein Qualitätskennzeichen. Der internationale Standard ist der GS1 Application Identifier (10): bis zu 20 alphanumerische Zeichen, im GS1-128- oder DataMatrix-Barcode direkt hinter der Kennung „10" codiert.

Typische Bestandteile einer Chargennummer 

  • Präfix: Kennzeichnung der Art der Charge oder des Produktes (LOT, BATCH, oder ein produktspezifischer Code)

  • Produktionsdatum oder -woche: Format JJMMTT oder JJJJ-Wxx

  • Standort: Werk, Produktionslinie oder Anlagenkennzeichnung

  • Chargen-ID: Fortlaufende Nummer zur eindeutigen Identifikation

  • Suffix: Zusätzliche Metadaten wie Qualitätsprüfung, Schicht, Nachbearbeitungskennzeichen

Praktisches Beispiel 

LOT-2026-W42-HH-001-Q

  • LOT = Kennzeichnung als Chargennummer

  • 2026 = Produktionsjahr

  • W42 = Kalenderwoche 42

  • HH = Standort Hamburg

  • 001 = Fortlaufende Nummer der Charge

  • Q = Qualitätsprüfung bestanden (optional)

GS1-Standard für Chargennummern 

Für international einheitliche Kennzeichnung nutzt man den GS1 Application Identifier (10), kurz AI (10), für BATCH/LOT. Er wird zusammen mit der GTIN (Global Trade Item Number, AI 01) in einem GS1-128-Barcode oder GS1 DataMatrix codiert. Format: bis zu 20 alphanumerische Zeichen, direkt hinter dem Präfix „10". Übliche Kombination:

  • (01) GTIN (14 Stellen) – was ist das Produkt

  • (10) BATCH/LOT – welche Charge

  • (17) USE BY / EXPIRY – Verfallsdatum (JJMMTT)

  • (21) SERIAL – optional Seriennummer für Einzelstück-Identifikation

Große Handelsketten und Marktplätze verlangen fast immer GS1-konforme Etiketten. Das ermöglicht Scanning, Cross-Docking und Rückverfolgung ohne manuelle Zuordnung bei jeder Übergabe.

Warum ein sauberer Aufbau wichtig ist 

Ein strukturiertes, konsistentes Nummernsystem macht Chargen sofort lesbar. Bei einem Rückruf oder einer Audit-Anfrage brauchst du keinen Sekundärabgleich, weil Produktionsort, Zeitpunkt und Qualitätsstatus direkt aus der Nummer erkennbar sind. Für Excel-basierte Systeme ist das Pflicht. In einem ERP spielt der Aufbau eine geringere Rolle, weil Metadaten ohnehin in der Datenbank verknüpft sind.

Wie werden Chargennummern erstellt und vergeben? 

Chargennummern werden entweder manuell (Excel, händisch bei Wareneingang oder Produktion) oder automatisiert (ERP-System, direkt bei Produktionsabschluss oder Wareneingang) vergeben. Manuelle Vergabe ist fehleranfällig und skaliert nicht. Moderne Unternehmen lassen ihr ERP-System Chargennummern in Echtzeit erzeugen und mit jedem relevanten Prozessschritt verknüpfen.

Manuelle Vergabe: Fehleranfällig und zeitaufwendig 

Bei der manuellen Vergabe trägt eine Person die Chargennummer bei Produktion oder Wareneingang händisch in eine Excel-Liste ein. Diese Methode ist extrem fehleranfällig, langsam und macht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit fast unmöglich, sobald Sortiment oder Volumen wachsen. Ein einziger Zahlendreher kann die Rückverfolgungskette für eine ganze Charge unterbrechen.

Automatisierte Vergabe: Der moderne Standard 

Ein ERP-System vergibt die Chargennummer automatisch bei Wareneingang, Produktionsabschluss oder Kommissionierung. Die Software verknüpft sie direkt mit:

  • Rohstoff-Chargen (Upstream-Verknüpfung)

  • Produktionsdatum, -linie und -bedingungen

  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Verfallsdatum

  • Qualitätsprüfergebnissen

  • Auftrag und Kunde bei Auslieferung (Downstream-Verknüpfung)

Die Vergabe erfolgt in Echtzeit. Zu keinem Zeitpunkt liegt eine Charge ohne Kennzeichnung im System.

Moderne Technologien für Chargenkennzeichnung und -verfolgung 

Chargen werden über Barcodes (GS1-128, DataMatrix), QR-Codes oder RFID-Tags am Produkt oder auf der Verpackung physisch angebracht. GS1-128 dominiert im Lebensmittelhandel und in der Logistik, DataMatrix in Pharma und Medizinprodukten. RFID kommt in automatisierten Lagern und der Textilindustrie zum Einsatz. Serialisierung ergänzt Einzelstück-Eindeutigkeit auf Basis der Chargennummer.

Barcodes (GS1-128, GS1 DataMatrix) 

Der Klassiker. GS1-128 kann bis zu 48 Zeichen tragen und codiert GTIN (AI 01), Chargennummer (AI 10), MHD (AI 15) und Seriennummer (AI 21) im selben Barcode. Ideal für Lebensmittel-, Getränke- und Konsumgüter-Lieferketten, in denen Handelspartner GS1-Kompatibilität erwarten. Der GS1-128-Standard ist weltweit gültig.

QR-Codes und GS1 DataMatrix 

QR-Codes können mehr Informationen speichern als klassische Barcodes und lassen sich per Smartphone auslesen. GS1 DataMatrix wird in der Pharmabranche für die FMD-Serialisierung genutzt und eignet sich auch für Track-&-Trace-Systeme mit Endverbraucher-Interaktion, etwa Echtheitsprüfungen.

RFID 

Radio-Frequency Identification ermöglicht kontaktloses Auslesen ohne Sichtverbindung, mehrere Tags gleichzeitig. Besonders in automatisierten Lagern, der Textilindustrie (Zara, Decathlon) und bei sicherheitsrelevanten Bauteilen etabliert.

Serialisierung 

In der Pharmabranche trägt jede Verpackungseinheit zusätzlich zur Chargennummer eine eindeutige Seriennummer (FMD-Vorgabe). Das ermöglicht Track-and-Trace auf Einzelstückebene und schützt vor Arzneimittelfälschungen. Serialisierung findet zunehmend auch in Premiumgütern und regulierten Segmenten außerhalb der Pharmaindustrie Anwendung.

Von Excel zu ERP: Die technische Umsetzung 

Manuelle Chargenverfolgung in Excel stößt bei mehr als rund 20 parallelen Chargen oder mehreren Lieferanten an ihre Grenzen. Ein ERP-System integriert Chargenverfolgung nativ in jeden Prozess — Wareneingang, Produktion, Lager, Versand —, sodass Chargendaten automatisch fließen und eine einzige Wahrheit den manuellen Abgleich ersetzt.

Ein ERP-nativer Workflow sieht so aus:

Wareneingang 

Beim Eingang einer Lieferung wird die Charge des Rohstoffs oder Produkts direkt im System erfasst, meist per Barcode-Scan oder RFID-Tag. Lieferanten-Charge, Verfallsdatum und Menge fließen automatisch in den Stammsatz.

Produktion und Lager 

Verwendest du Rohstoffe für die eigene Produktion, verknüpft das System die Chargen der Einzelteile mit der Charge des neuen Fertigprodukts. Dein Lagerbestand ist immer aktuell, inklusive Verfallsdaten, Wartungsintervallen oder anderen chargenbezogenen Informationen.

Verkauf und Versand 

Bei jeder Bestellung wird automatisch dokumentiert, welche Produkt-Charge an welche:n Kund:in oder Händler versendet wird. Die Kommissionierung folgt automatisch der FIFO- oder FEFO-Logik, ohne dass jemand manuell entscheiden muss. Die Rückverfolgungsdokumentation ist ohne einen einzigen manuellen Schritt vollständig.

Ein System wie Xentral agiert hier als zentrales Nervensystem. Es ist mehr als ein Chargenverfolgungs-Tool. Es vernetzt Produktion, Lagerverwaltung und Multi-Channel-Vertrieb in einem Datensatz. Statt isolierter Daten in verschiedenen Tools hast du eine einzige Wahrheit für jede Charge, jeden Prozess, jedes Produkt.

Branchenspezifische Herausforderungen 

Lebensmittel & Getränke: MHD und Zertifikate im Griff behalten 

In der Lebensmittelbranche ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) neben der Charge die wichtigste Kennzahl. Der Handel, insbesondere große Supermarktketten, hat oft strenge Vorgaben zur Restlaufzeit bei Anlieferung. Liegt das MHD zu nah in der Zukunft, wird die Annahme der Ware verweigert. Manuelle Prozesse zur Steuerung nach dem FEFO-Prinzip sind hier eine riesige Fehlerquelle. Hinzu kommt die Verwaltung von Zertifikaten, etwa für Bio-Produkte, die pro Charge nachgewiesen werden müssen.

Pharma & Kosmetik: Wenn Sicherheit an erster Stelle steht 

In der Pharma- und Kosmetikindustrie sind die gesetzlichen Anforderungen noch strenger. Hier geht es nicht nur um Qualität, sondern um die unmittelbare Gesundheit der Verbraucher:innen. Jede einzelne Komponente eines Medikaments oder einer Creme muss lückenlos rückverfolgbar sein. Eine Verunreinigung oder ein fehlerhafter Inhaltsstoff kann gravierende Folgen haben.

Die Serialisierung, die Vergabe eindeutiger Seriennummern für jede einzelne Verpackungseinheit, ist in dieser Branche Standard. Ein lückenloses digitales Protokoll vom Wareneingang des Rohstoffs über die Produktion bis zur Auslieferung an Apotheke oder Handel ist keine Option, sondern eine existenzielle Notwendigkeit. Unternehmen in diesem Sektor profitieren von integrierten Systemen, die neben Chargennummern auch Validierungsprotokolle, Audit Trails und GMP-konforme Dokumentation zentral verwalten.

Industrie und Automobilbau: Charge plus Serie 

In Branchen wie Automobilbau und Luftfahrt schreiben Qualitätsstandards wie IATF 16949 oder AS9100 Chargenrückverfolgbarkeit vor. Bei sicherheitskritischen Bauteilen geht das oft bis zur Einzelstück-Serialisierung: nicht nur, aus welcher Charge ein Bauteil stammt, sondern welche konkrete Schraube oder welches Lager.

Praxis-Beispiele aus der Food-Branche 

Zwei Xentral-Kunden zeigen, wie Chargenrückverfolgung in einem wachsenden Food-Betrieb konkret aussieht.

3Bears – Transparenz in der Porridge-Produktion 

Als Hersteller von über 3,5 Millionen Porridge-Packungen pro Jahr braucht 3Bears präzise Rückverfolgbarkeit vom Rohstoff bis zur Auslieferung. Mit Xentral dokumentieren sie Chargennummern und MHDs entlang der gesamten Lieferkette und können bei Bedarf gezielt Rückrufe oder Qualitätsprüfungen durchführen. Die Kombination aus Produktion, Lager und Versand in einem System macht das in dieser Größenordnung erst möglich. 3Bears Case Study ansehen

nucao – Sicherheit und Effizienz im Bio-Schokoladenvertrieb 

nucao vertreibt bio-zertifizierte Schokoladenprodukte und benötigt für Handelspartner wie dm eine zuverlässige Rückverfolgung jeder Charge. Xentral ermöglicht die lückenlose Dokumentation von Produktion, Lagerbewegung und Auslieferung, inklusive Seriennummern und MHD-Verwaltung. So erfüllt nucao sowohl gesetzliche Anforderungen als auch interne Qualitätsstandards. nucao Case Study ansehen

Chargenrückverfolgung auch für deine Produkte?

Diese Food-Unternehmen setzen bereits auf automatisierte Rückverfolgung mit Xentral. Mit einem integrierten ERP-System behältst du die Kontrolle über jede Charge, jedes MHD und jede Lieferung.

Wie hilft dir ein ERP-System bei der Chargenverwaltung? 

Ein ERP-System vergibt Chargennummern automatisch bei Wareneingang oder Produktion, verknüpft sie mit MHD und Rohstoff-Chargen und dokumentiert jede Lagerbewegung, Kommissionierung und Auslieferung. Excel-Listen werden durch eine einzige Datenquelle ersetzt, die im Rückrufsfall in Sekunden jede betroffene Charge und jeden Empfänger ausweist.

Mit Xentral hast du die Chargenverwaltung an einem Ort:

  • Artikelstammdaten-Konfiguration: Du legst pro Artikel fest, ob er chargen- oder seriennummernpflichtig ist. Das System erzwingt die Erfassung automatisch.

  • Automatisierte Erfassung: Beim Wareneingang oder nach Produktionsabschluss fordert das System die Eingabe von Chargennummer und MHD.

  • Lückenlose Verknüpfung: Diese Informationen begleiten jede Lagerbewegung, Kommissionierung und Auslieferung.

  • FIFO- und FEFO-Steuerung: Bei der Kommissionierung schlägt das System automatisch die ältesten oder als erstes ablaufenden Chargen vor.

  • Rückruf-Management: Im Ernstfall identifizierst du alle betroffenen Chargen und Empfänger:innen in Sekunden.

Besonders in der Lebensmittel- und Getränkebranche ist die kombinierte Verwaltung von Chargennummern und MHD entscheidend, um Compliance sicherzustellen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Sieh dir an, wie du deine Lagerverwaltung mit Xentral aufsetzt und deine Produktionsprozesse optimierst.

Fazit: Ohne Chargennummer keine Kontrolle 

Die Chargennummer ist die Grundlage jeder Rückverfolgbarkeit, jeder gezielten Qualitätsprüfung und jedes präzisen Rückrufs. Der internationale GS1-Standard AI (10) macht sie über Handelsketten und Ländergrenzen hinweg lesbar. Die Chargenrückverfolgung, der Prozess, der jede Bewegung dieser Charge dokumentiert, ist das, was aus einer statischen Kennung operative Kraft macht.

Manuelle Verwaltung in Excel-Listen ist ein Relikt der Vergangenheit. Sie übersteht keine Audits, skaliert nicht und versagt im Rückrufsfall genau im schlechtesten Moment. Moderne Lösungen wie Xentral automatisieren die Chargenverwaltung, minimieren Fehler und geben dir die volle Kontrolle zurück. So sicherst du nicht nur Compliance, sondern optimierst deine Prozesse in Lagerverwaltung und Produktion. Egal, ob du Lebensmittel, Pharmazeutika, Kosmetik oder Industriekomponenten herstellst, das Fundament ist dasselbe: jede Charge vergeben, verknüpfen und verfolgen, vom Wareneingang bis zur Auslieferung.

Maximale Produktsicherheit, minimaler manueller Aufwand

Erzeuge Chargennummern, sichere die Rückverfolgbarkeit und automatisiere dein Lager in einem System.

Häufig gestellte Fragen 

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Elisabeth Büschler
Elisabeth Büschler
Sie begeistert sich für innovative Brands und Content – und ist deshalb bei Xentral mit seinen mehr als 2.000 Startups und KMU genau richtig. Ihr Antrieb ist es, Inhalte zu erschaffen, die das Wachstum und den Erfolg der Xentral-Kund:innen nachhaltig stärken.
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